Über das Projekt

Sie befinden sich hier:

Ziele und Hintergründe zu BRIDGE-S

Zusammenspiel von Risiko- (rot) und Schutzfaktoren (grün).

Nach heutigem Forschungsstand tragen sowohl genetische Risikofaktoren als auch Umweltfaktoren zur Entstehung der Schizophrenie bei. Als Umweltfaktoren werden im Allgemeinen alle externen Einflüsse zusammengefasst, die direkt oder indirekt auf ein Individuum wirken und seine Entwicklung sowie sein Leben beeinflussen. Im Fokus früherer Untersuchungen standen vor allem einzelne Umweltfaktoren wie Urbanität ("Sind Menschen, die im städtischen Raum aufgewachsen sind einem höheren Schizophrenie Risiko ausgesetzt?"), Cannabis- und anderer Drogenkonsum ("Inwiefern trägt der Konsum von Cannabis zur Auslösung einer Psychose bei?"), Trauma ("Spielen traumatische Erfahrungen im Kindes- und Jugendalter eine Rolle?"), Migration, Komplikationen während der Schwangerschaft und bei der Geburt sowie eine Reihe vorangegangener Infektionserkrankungen, welche mit einem höheren Risiko für Schizophrenie in Zusammenhang gebracht worden sind. Im Kontrast zu den bereits implizierten Risikofaktoren stehen Einflüsse auf ein Individuum, welche Schutz vor der Entstehung einer Erkrankung vermitteln - die sogenannten Resilienzfaktoren. Diese können sowohl genetischer als auch psychosozialer Art sein.

Das Zusammenspiel verschiedenster Risikofaktoren bei der Entstehung schizophrener Psychosen ist jedoch noch nicht vollkommen geklärt. Ebenso verhält es sich mit der Erforschung bestimmter Umwelteinflüsse, von denen angenommen wird, dass sie der Entwicklung einer schizophrenen Erkrankung protektiv entgegen wirken. Die "Berliner ForschungsInitiative für Diagnostik, Genetik und Externer Umwelteinflüsse der Schizophrenie" (kurz: BRIDGE-S) hat es sich zum Ziel gemacht, Faktoren, die Risiko und Schutz im Zusammenhang mit Schizophrenie vermitteln, näher zu untersuchen. Um auch klinisch relevante Rückschlüsse ziehen zu können, wird eine hohe Anzahl von Probandinnen und Probanden ohne Schizophrenie und mit Schizophrenie oder Schizoaffektiver Störung getestet. Längerfristig möchten wir damit einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zur Prävention und Früherkennung der Schizophrenie leisten.

 

 

Diese Studie wird durch folgende Institutionen gefördert:

  • Charité Universitätsmedizin, Berlin, Germany
  • Stanley Center for Psychiatric Research, Broad Institute, Boston, MA, USA
  • Brain & Behavior Research Foundation | NARSAD grants, NY, NY, USA
  • Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG), Bonn, Germany